Im Jahr 1146 kamen die ersten Zisterziensermönche nach Wilhering. Im Lauf der über 800-jährigen Geschichte haben die Ordensmitglieder neben dem klösterlichen Leben mit dem bewährten Rhythmus von Gebet und Arbeit auch die Seelsorge in 14 Pfarren übernommen. 1895  wurde das Stiftsgymnasium gegründet, das derzeit von 480 Schülerinnen und Schülern besucht wird. Heute zählt die Klostergemeinschaft 28  Mitglieder, die neben dem klösterlichen Leben in der Pfarrseelsorge, am Gymnasium und in verschiedenen anderen Aufgaben tätig sind. Wald, Landwirtschaft und die Stiftsgärtnerei bilden die wirtschaftliche Grundlage.

Im Stift Wilhering sind noch Teile aus der romanischen und gotischen Bauperiode zu sehen, wie das Eingangstor der Kirche, die gotischen Hochgräber beim Kircheneingang und die Reste des frühgotischen Kreuzganges. Die meisten Besucher aber beeindruckt die prachtvolle Stiftskirche. Sie wird von vielen als schönste Rokokokirche Österreichs bezeichnet. Das Stift Wilhering beherbergt auch die Galerie des bedeutenden zeitgenössischen Malers Fritz Fröhlich, der auch den Festsaal neu gestaltet hat. Viele Besucher kommen nach Wilhering, um das Kloster, die Stiftskirche und den Stiftspark zu sehen. Auch die festliche Kirchenmusik an den kirchlichen Hochfesten, das Sommertheater im Stiftsmeierhof, Konzerte und andere Veranstaltungen führen viele nach Wilhering. Junge Menschen kommen an Wochenenden in das spirituelle Jugendzentrum „Aufbruch“, das auch im Stift seine Heimat hat. Darüber hinaus feiern viele Brautpaare hier ihre Hochzeit. Das Stift Wilhering ist für viele Menschen ein religiöser und kultureller Anziehungspunkt.

Die Stiftskirche

Im Rokoko, sagt man, wurden die allerletzten Möglichkeiten des Barock verwirklicht und ausgeschöpft. In der Wilheringer Stiftskirche - nach dem Urteil von Cornelius Gurlitt die glänzendste Leistung des Rokoko im deutschen Sprachraum - hat man tatsächlich den Eindruck: Mehr an Ausstattung, an Farbe, an Skulptur, an Malerei und Stuckatur ist in einem Raum nicht mehr möglich. Alles in dieser prachtvoll geschmückten, festlichen Kirche ist bewegt, rhythmisiert, fast möchte man sagen, ist Musik. Der illusionäre Wunsch des Barock, himmlische Sorglosigkeit und zeitloses Glück auf unsere Erde herunterzuholen, der im Rokoko in nahezu übermütiger und ausgelassener Weise ausagiert wurde, hat in Wilhering ein Denkmal par excellence erhalten.

Das Geheimnis des überschwänglich festlich dekorierten Raumes liegt in dem Zusammenspiel von vielen einzelnen Dekorationselementen. Die hier dargebotene Schönheit erschließt sich wohl am ehesten dem, der darauf verzichtet, den Blick auf Einzelheiten zu heften, sondern vielmehr dem, der den Raum in seiner Ganzheit zu erfassen vermag.

Die rückwärtige Abschlusswand mit Rokokogitter, Chorempore, Orgelgehäuse, dem goldstuckverzierten Abschlussbogen.

Man hat von der Wilheringer Stiftskirche verschiedentlich behauptet, sie wirke zu überladen und zu theatralisch. Aber gerade das wollten ja die Bauherren und Dekorateure des Barock, speziell des Rokoko! Eine Kirche sollte ihren Vorstellungen nach voll Glanz und Bewegung sein, durch Prunk sollte eine Vision himmlischer Herrlichkeit in den Kirchenraum gezaubert werden.

Steckbrief

+43 (0)7226 2311 - 0
Linzer Str. 4
A-4073 Wilhering ()

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