Die bereits im 10. Jh. genannte, damals abgelegene und dünn besiedelte Gegend Viktring zwischen dem Wörtherseeostufer und dem Sattnitzmassiv ist eine Gründung Graf Bernhards von Spanheim, nach seinen Besitzungen auch von Trixen genannt und seiner Frau Kunigunde. 1142 riefen sie aus dem lothringischen Kloster Weiler-Bettnach (Villars), wo Bernhards Neffe Heinrich Abt war, die "grauen Mönche" des hl. Bernhard von Clairvaux nach Viktring. Bereits 1143 wurde das reich dotierte Stift vom Salzburger Erzbischof und 1146 vom Papst unter Schutz gestellt. Überregionale kulturelle Bedeutung erreichte Viktring unter Abt Johann II. (1312-1345), der mit seinem "Liber certarum historiarum" eine der bedeutendsten spät-mittelalterlichen Chroniken verfaßte.

Nach einer glanzvollen baulichen Blüte in der 1. Hälfte des 18. Jahrhundert ließ Kaiser Josef II. Viktring nach 644 jährigem Bestand aufheben. Während der Staatsgüterverwaltung ging uner- messliches Kulturgut verloren. Die Gebrüder Moro erwarben sich Teile des Stifts und richteten in ihm eine Tuchfabrik ein, die bis 1967 bestand. Nach dem Konkurs der Fabrik erwarb die Republik Österreich die Stiftsgebäude und richtete hier 1977 ein Gymnasium ein mit den Schwerpunkten Musik und Bildnerischer Erziehung. Im Besitz der Pfarre sind nur mehr die Stiftskirche, die Prälatur und die sogenannte Hattenberger-Realität in der der Pfarrkindergarten untergebracht ist.

Die Stiftskirche

Bereits um die Mitte des 12. Jahrhunderts erfolgte der Baubeginn der monumentalen Stiftskirche. Der hochromanische Bau, 1202 eingeweiht, entspricht dem zisterziensischen Bautyp von Clairvaux I., dessen bekannteste erhaltene Verkörperung Fontenay darstellt. Der zunächst wohl flach schließende Altarraum wurde in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts um einen gotischen Chor erweitert und die Kirche erhielt einen massiven Mauerturm, im Anschluss an das Querschiff die Bernhardkapelle. 1843 erfolgte die Abtragung der westlichen Kirchenhälfte mit fünf Langhausjochen sowie der Fassade mit dem Rundbogenportal und erhielt dann erst die klassizistische Kirchenfassade.

Kunsthistorisch von höchster Bedeutung sind die Glasfenster von Viktring (darstellend die Passion des Herrn, das Marienleben und die Apostel) (1. V. d. 15. Jh.s), der 16 m hohe barocke Hauptaltar (1622), der Marmoraltar der Bernhardkapelle (neben den Altären im Klagenfurter Dom ein Sonderfall in Kärnten) (1710), die neu aufgefundenen Deckenfresken in der Bernhardkapelle (Mitte des 15. Jahrhunderts) und die reich geschmückte Orgel (1719), der Rest des Kreuzganges mit dem rom. Kirchenportal Grab- und Gedenksteine.

Steckbrief

Stift-Viktring-Straße 25
A-9073 Klagenfurt (K)

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