Römische Hügelgräber

Das norisch-pannonische Hügelgräberfeld von Jennersdorf zählt zu den größten römerzeitlichen Hügelgräberfeldern des Burgenlandes. Dieser antike Friedhof aus dem 1./2. Jh. n. Chr. ist der Bevölkerung seit 1873 bekannt. Im Jahre 1956 wurden vom Burgenländischen Landesmuseum 8 Tumuli geöffnet. Diese zeigten keinerlei Einbauten. Der Leichenbrand war auf gewachsenem Boden aufgeschüttet. In sämtlichen Hügeln wurden Keramikstücke von Dreifußschalen und Töpfen gefunden. Die Gräber machten im allgemeinen einen ärmlichen Eindruck. Das Grabfeld sowie dessen Umfeld stehen unter Denkmalschutz. Die häufigsten Formen sind Hügelgruppen (2 bis 15 Hügel) und Hügelgräberfelder (16 bis 50 Hügel). In Rax sind es 72 Grabhügel.

Ein Römisches Begräbnis

Der Tod eines Angehörigen verpflichtete die römische Familie zur strengen Einhaltung des mehrtägigen Rituals. Der Verstorbene wurde gesalbt, bekleidet und aufgebahrt. Nach zwei bis drei Tagen zog der Leichenzug zum Begräbnisplatz. Die Errichtung der Grabstätten und die Ausstattung der Verstorbenen zeugen bei den Römern von einer ausgeprägten Totenfürsorge. Die Verbrennung von Toten und die Beisetzung der Asche war von der spätrepublikanischen bis zur mittleren Kaiserzeit (1. Jh. v. Chr. - 2. Jh n. Chr.) dominant.

Die urkundlich erstmalig 1387 erwähnte Marktgemeinde St. Martin an der Raab mit der weithin sichtbaren Spätbarocken Pfarrkirche beherbergt wichtige römerzeitliche Fundstätten. Durch Luftbilder und geophysikalische Messungen wurden die Reste eines römischen Gutshofes (Villa) geortet, der aus einem Wohngebäude und mehreren Wirtschaftsgebäuden besteht. Auf einer Ost - West gerichteten Terrasse konnten die Reste römischer Hügelgräber und Grabbauten, die eine Gräberstraße bilden, festgelegt werden.

Die Untersuchung und teilweise Wiederherstellung einer römischen Gräberstraße in Verbindung mit einer Siedlung bietet der Archäologie ein einzigartiges Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse auch dem Besucher anschaulich gemacht werden sollen. In St. Martin an der Raab werden alljährlich mit Unterstützung des Naturparks Raab, des Burgenländischen Landesmuseums und der Marktgemeinde Ausgrabungen unternommen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, ein Stück der römischen Vergangenheit des Ortes zu dokumentieren

Steckbrief

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