Natur-Highlights im Nationalpark Hohe Tauern

Der Nationalpark Hohe Tauern - das größte Schutzgebiet Mitteleuropas - bietet überwältigende landschaftliche Highlights, Lebensraum für selten gewordene Pflanzen und Tiere und eine in ihrer Ursprünglichkeit erhaltene Landschaft, die entdeckt werden will - machen Sie sich auf Entdeckungsreise!

Gletscherschliff Innergschlöß

An kaum einer anderen Stelle des Nationalparks wird die landschaftsformende, schleifende Kraft der Gletscher offensichtlicher als hier am Gletschertor des Schlatenkeeses in der Venedigergruppe (Innergschlöß) bei Matrei i.O. Glatter Gneis, durchzogen mit Aplitadern vermittelt den Eindruck einer bizarren Mondlandschaft. Auf den ausgedehnten „Keespalfen“ (einheimische Bezeichnung) siedelt auch schon zaghaft erste Pioniervegetation. Hier kann man die Landschaft erleben, wie sie kurz nach dem Rückzug der Eiszeiten ausgesehen haben mag. Der Aufstieg dort hin ist zwar ein beliebter Weg, sollte allerdings nur bei ausreichender Kondition unternommen werden.

Zedlacher Paradies

Über viele Jahrhunderte nutzten die Bauern des nahegelegenen Dorfes den wenig oberhalb gelegenen Wald als Waldweide. Die Fichten wurden entfernt, die Lärchen aber blieben stehen. Manche von ihnen sind mehr als 600 Jahre alt und von riesiger Gestalt. Gerade im Spätherbst, kurz bevor die Lärchen ihre schon gelb gefärbten Nadeln fallen lassen, ist ein Spaziergang durch diesen urtümlich anmutenden Wald von außerordentlichem Reiz.

Hintersee/Felbertal-Mittersill

Der Hintersee entstand nach einem großen Erdbeben in den Hohen Tauern im Jahre 1495. Dieses Beben löste einen so gewaltigen Bergsturz aus, dass ein hoher Wall den heutigen Hintersee 10 Meter hoch aufstaute. Steil aufragende, von Lawinengängen durchfurchte Felshänge, Wald, Mäh- und Almflächen prägen den Felbertaler Trogschluss, in dessen Vordergrund sich der Hintersee spiegelt. Besonderes Augenmerk verdienen die ehemaligen Bergmähder. Ihrer großen Steilheit wegen konnten diese nicht vom Vieh beweidet werden. Zur Gewinnung des notwendigen Winterfutters mussten diese Flächen daher unter großer Kraftanstrengung und Gefahr mit der Sense gemäht werden. Dort, wo die Bachgerinne den See speisen, hat sich eine Verlandungszone gebildet. Zahlreiche geschützte Pflanzen und Tiere bevölkern dieses ökologische Kleinod entlang des Seeufers. Ein Nationalpark-Lehrweg erläutert anschaulich die Entstehung des Sees sowie die Pflanzen, Tiere und Lebensräume seiner Umgebung. Weitere Informationen bietet die Broschüre „Naturführer Felber- und Amertal, Hintersee“.

Rotmoos/Ferleitental-Fusch

Das Rotmoos ist ein Kalkniedermoor, gelegen im Talschluss des Ferleitentales. Es stellt einen sehr seltenen Moortyp in den von sauren Gesteinen dominierten Zentralalpen dar. Das noch natürliche Netzwerk von Gerinnen, offenen Schotterflächen und Moorrasen sowie die enge Verzahnung von charakteristischen Moor- und Hochgebirgspflanzen machen dieses größte Moor in den Hohen Tauern zu einem einzigartigen Naturjuwel von inter- nationalem Rang. 1995 wurde es in die Liste der international bedeutenden Feuchtgebiete als RAMSAR-Schutzgebiet auf- genommen. Besonders eindrucksvoll ist die Orchideenblüte im Frühsommer. Hunderte von dunkelrosa Blütenständen des breitblättrigen Knabenkrautes verleihen der sonst von Grün- und Brauntönen beherrschten Moorlandschaft eine überwältigende Pracht. Seinen Namen hat das Rotmoos aber wohl von dem eisenroten Schlamm erhalten, der sich überall dort, wo das Wasser langsamer fließt oder in Tümpeln stehen bleibt, ablagert. Das Rotmoos im Ferleitental kann nicht nur beim Wandersn sondern auch mit dem Fahrrad näher erkundet werden.

Rauriser Urwald

Am Ende des Hüttwinkltals liegt der „Rauriser Urwald“. Wie ein Märchenwald mit flechtenbewachsenen Fichten und einer 1000jährigen Zirbe liegt er inmitten der malerischen Bergkulisse. Riesige Felsbrocken und bewachsene kleine Kuppen wechseln sich mit zahlreichen kleinen Lacken und anmoorigen Tümpeln ab. Diese charakteristische Landschaft ist durch einen Bergsturz nach dem Rückgang der letzten Eiszeitgletscher entstanden. Ein Spaziergang ermöglicht hier nicht nur an sonnigen Tagen ein unvergessliches Naturerlebnis.

Das Seebachtal

Das Seebachtal in der Gemeinde Mallnitz nicht nur ein von zahlreichen Dreitausendern umrahmtes grandioses Hochgebirgstal, sondern war bis heute schon des öfteren ein richtungsweisender Modellfall für den gesamten Nationalpark.

Mit seinen 14km ist das Seebachtal das längste Seitental von Mallnitz. Der Eingang des Tales, mit seinem breiten, flachen Talboden lädt zum gemütlichen Wandern ein. Hier liegt auch der Stappitzer See, eine naturkundliche Besonderheit für sich. Einst durch einen großen Bergsturz gebildet, ist der See heute eine bedeutende Raststation für Zugvögel.

Hinter dem Stappitzer See ändert das Tal bald seinen Charakter: steile Felswände, über die Wasserfälle stürzen, ragen links und rechts empor und ein herrlicher Bergwald bedeckt den gesamten Talboden, durch den nun kein Wanderweg mehr Weiterführt. Und am Talschluß leuchten Gletscher unterhalb der steil aufragenden Gipfel herunter. Eine alpine Wildnis, die an die Rocky Mountains erinnert.

Bedingt durch diese günstigen Rahmenbedingungen und durch weitsichtige Grundbesitzer, konnte hier schon seit mehr als einem Jahrzehnt der Modellfall für einen international anerkannten Nationalpark geprobt werden: Einrichtung des ersten Naturwaldreservates, erstmalige Umsetzung eines nationalparkgerechten Wildtiermanagements und die erste Freisetzung von Bartgeiern in Kärnten. So wurde das Seebachtal richtungsweisend für den gesamten Nationalpark.

Der Großglockner und Pasterze

Der Großglockner ist mit 3798 m der höchste Berg Österreichs und zugleich auch noch das Herz des Nationalparks Hohe Tauern, wurde doch hier schon im Jahre 1918 das erste Naturschutzgebiet eingerichtet.

Dies ist kein Zufall, bieten doch der Großglockner und der Pasterzengletscher eine Hochgebirgsszenerie, die ihresgleichen sucht und Vergleiche mit den Westalpen oder gar dem Himalaja nicht zu scheuen braucht. Die spitzen Hörner des Klein- und Großglockners und der eindrucksvolle Zackengrat der Glocknerwand bilden in Kombination mit den gleißenden Hängegletschern und Eisrinnen eines der berühmtesten Bergbilder der Welt.

Selbstredend, dass auf einen solchen Berg zahlreiche berühmte Bergsteigerouten führen. Die Erstbesteigung unter der Leitung von Fürstbischof Salm, die sich im Jahre 2000 zum 200sten Mal gejährt hat und die Bezwingung der kirchturmsteilen Nordrinne durch Marktgraf Pallavicini und 4 Heiligenbluter Bergführer sind heute längst Legende.

Neben dem Großglockner beherrscht der Pasterzengletscher die Szenerie. Trotz der massiven Abschmelzung in den letzten Jahrzehnten ist die Pasterze noch heute mit ca. 19km2 Fläche und 9km Länge der größte Gletscher der Ostalpen. Besonders beeindruckend ist dabei der riesige Hufeisenbruch, ein nach seiner Form benannter Eisfall.

Gamsgrube

Die Gamsgrube ist ein Hochkar, welches direkt gegenüber dem Großglockner und oberhalb des Pasterzengletschers liegt. Die Gamsgrube stellt eine naturkundliche Sensation dar, die in den ganzen Alpen ihresgleichen sucht. Ein spezielles Klima (kalte Winter mit Stürmen, warme und trockene Sommer) , das jenem auf Grönland oder Island aber auch den Gebirgen Zentralasiens ähnelt, haben hier ein exotisch anmutendes Ökotop entstehen lassen: bis zu drei Meter mächtige Flugsandablagerungen (ähnlich kleinen Dünen; der Flugsand wird aus der Umgebung der Pasterze eingeweht und besteht vor allem aus Kalkglimmerschiefer), auf denen sich Vegetationsinseln mit Steppenrasen sowie sibirische und arktische Pflanzenarten gebildet haben.
Hier findet die seltensten Pflanzenarten der Alpen wie das unscheinbare Alpenbreitschötchen oder den Rudolfs Steinbrech.

Heute ist die Gamsgrube ein Sonderschutzgebiet, welches ohne eine Ausnahmegenehmigung nicht betreten werden darf. Sie ist somit, aus Naturschutzsicht, einer der am besten geschützten Bereiche Österreichs.

Steckbrief

Nationalpark Hohe Tauern (6 Angebote & Ideen)
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