Josephinum

Die Sammlungen der medizinischen Universität Wien sind aus der jahrhundertelangen Ausbildungs- und Forschungstätigkeit der medizinischen Fakultät der Universität Wien entstanden. Sie beinhalten das kulturelle Erbe der heutigen Medizinischen Universität Wien. Das heutige Josephinum wurde als militärisch chirurgische Akademie während der Regentschaft Josephs II als Ausbildungsstätte gegründet. Das von Isidor Canevale gestaltete Haus für die „medizinisch-chirurgische Josephs – Akademie“ erhielt sehr bald den Namen „Josephinum“. Es beherbergt heute einen Großteil der Sammlungen der Medizinischen Universität Wien, das Institut für Geschichte der Medizin der Medizinischen Universität Wien sowie das Kurt Gödel Research Center.

Josephinische Bibliothek

Die Sammlung besteht heute aus zirka 6000 Büchern, die vor 1800 publiziert wurden. Das älteste Buch dieser Bibliothek stammt aus 1478, 19 weitere Inkunabeln vervollständigen den Bestand an Werken, die vor 1500 erschienen sind. Der größte Teil der Bücher wurde im 18. Jahrhundert publiziert. Die Bibliothek ist damit, vor allem auf Grund der umfangreichen Bestände an alter medizinischer Literatur, die größte medizinhistorische Fachbibliothek im deutschsprachigen Raum und eine der bedeutendsten derartigen Bibliotheken in Europa. Die Bibliothek ist heute Teil der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien. Im Rahmen eines Projektes wird der alte Katalog für das elektronische Bibliothekssystem überarbeitet.

Bildarchiv

Das Bildarchiv geht auf die Bildersammlung von Max Neuburger zurück, der 1906 begann, Fotografien, Gemälde, Aquarelle etc. zu verschiedenen medizinhistorisch relevanten Themen zu sammeln. Im Laufe der Jahre wuchs dieses Archiv durch Schenkungen, Nachlässe oder Dauerleihgaben auf ca. 60 000 Einheiten an. Die Digitalisierung dieser Sammlung ist ein derzeit laufendes Projekt der Sammlungen. Eine Online- Recherche im Bildarchiv soll in Kürze online zur Verfügung stehen.

Handschriftensammlung

Die Handschriftensammlung umfasst verschiedene "handgeschriebene" Schriftstücke, wie Diplome, Vorlesungsmitschriften, ärztliche Notizkalender, Korrespondenzen und Nachlässe. Diese umfangreiche Quellensammlung wurde von Max Neuburger begonnen und laufend erweitert, sodass sie heute gut dreihundert Jahre Medizingeschichte dokumentiert. Besondere Bedeutung haben die Nachlässe von Julius Tandler, Julius Wagner - Jauregg oder die von der Gesellschaft der Ärzte zur Verfügung gestellte Autographensammlung von Theodor Billroth.

Wachspräparate

Die berühmte Sammlung anatomischer und geburtshilflicher Wachsmodelle geht auf eine Initiative Kaiser Josephs II. zurück. Begeistert von den Wachsmodellen im "Reale Museo di Fisica e Storia Naturale" ("La Specola") in Florenz bestellte Joseph II. für die zukünftige medizinisch-chirurgische Akademie eine große Anzahl von anatomischen und geburtshilflichen Wachsmodellen. Unter der Aufsicht des Direktors Felice Fontana und des Anatomen Paolo Mascagni wurden von 1784 bis 1788 die Modelle in Florenz hergestellt. Nach einem mühsamen Transport gelangten die insgesamt 1192 Wachspräparate schließlich nach Wien. Sie sollten einerseits als Anschauungsmaterial für den Unterricht am Josephinum dienen, andererseits waren sie auch für die Öffentlichkeit bestimmt. Die Wachsmodelle wurden in sieben Räumen in Vitrinen aus Rosenholz und venezianischem Glas ausgestellt. Zur Erläuterung waren Beschreibungen in Italienisch und Deutsch beigelegt.

Archivaliensammlung

Die Bestände der Archivaliensammlung können bereits online recherchiert werden. Das Inventar steht als pdf zur Verfügung.

Steckbrief

+43-1-40160-26000
Währinger Straße 25
A-1090 Wien (W)

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NEUE ÖFFNUNGSZEITEN ab 9. Juli 2012
Freitag – Samstag: 10.00 – 18.00

Führungen nur nach Vereinbarung unter sammlungen@meduniwien.ac.at
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