Heimatmuseum Ellmau

Vom Knappenhäusl zum Heimatmuseum

Auf Weisung des Landesfürsten wurden 1555 vom Urbarrichter der Herrschaft Kufstein Knappen oder andere im Bergwerk Rerobichl Beschäftigte mit einer Hofstatt und Garten auf freiem Achengrund in Ellmau belehnt. Für die tägliche Notdurft der Familien mit Kindern wurde, „ein Vichl“ auf die gemeinsame Weide zu treiben  und das notwendige Holz zu schlagen, genehmigt. Diese Sölleut mußten jährlich im Meraner Amt zu Söll erscheinen und 16 Kreuzer Zins und 1 Kreuzer Stiftgeld bezahlen.

Nach dem Niedergang des Bergbaues um 1700 mußten sich die Knappen eine andere Beschäftigung suchen. In unserem Häuschen werkte ein Wagner und gab dem Häuschen den Namen „Wagner-Häusl“. In der Folge bewohnten Webermeister („Weberhäuschen“) und später Wegmacher („Beim Wegmacher“) das Haus. Der Sohn des Wegmachers Johann Widauer war Zimmermeister, der das Haus 1898 umbaute, wie wir es heute vorfinden.

Bei einem Rundgang durch das Museum kommen wir vom Hausgang in die getäfelte Wohnstube aus der Zeit der Jahrhundertwende mit einem runden Eßtisch im Herrgottswinkel, einem Kachelofen und einer Ofenbank mit Hühnersteigen.

Daneben befindet sich die Küche. Ein „Zeitfenster“ dokumentiert, daß vor Jahrhunderten die Küche eine Rauchkuchel mit offener Feuerstelle war. Erst zu Großmutters Zeiten errichtete man einen Sparherd mit „Grandl“ und Backrohr. Alte Kochgeräte wie Kupfer und Eisenpfannen, Anrichte und Tellerbord aus dieser Zeit kann man sehen.

In einem kleinen Zimmer am Hauseingang werden Arbeitsgeräte der Handwerker gezeigt: Schuster, Binder, Schneider und Weber.

Im ersten Stock befindet sich über der Stube das Elternschlafzimmer. Durch eine Öffnung des Fußbodens kann es von der Stube aus im Winter geheizt werden. Wir sehen Bauernmöbel der 30er Jahre und lebensgroße Trachtenfiguren mit der aktuellen Ellmauer Tracht und dem Kassettl. Ein kleiner Waschtisch erinnert an die Zeit, als es noch kein Fleißwasser gab. Für die Notdurft steht ein Nachttopf unter dem Bett.

Vis-a-vis werden Erinnerungsstücke der Traditionsvereine aufbewahrt. Fahnen und Uniformen der Veteranen und Heimkehrer, sowie alte Instrumente der Musikkapelle und Hausmusik.

Die "Rem" dient als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum. Die Arbeitswelt der Jagd- und Forstwirtschaft auf der einen Seite und Ackerbau und Feldwirtschaft auf der anderen Seite wird dokumentiert. Heimische Vögel und Jagdtrophäen werden gezeigt. Auch sieht man einen Vogelfangkäfig und ein alter Vorderlader. Geräte der Forstwirtschaft: Sägen, Steigeisen, Schinder und Schöpser, Hacken und Beile, Steigeisen und eine "Holzschloapf"

Steckbrief

05358 2301
Steinerner Tisch 27
A-6352 Ellmau (T)

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Juni bis September Freitags von 14 bis 18 Uhr oder bei Voranmeldung
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