Garten der fünf Kontinente im Florarium Hischstetten

Mit dem Garten der fünf Kontinente möchten die Blumengärten Hirschstetten auf Schildkröten und deren Lebenssituation in der heutigen Zeit aufmerksam machen. Es werden Land- sowie Wasserschildkröten von fast allen Erdteilen gezeigt. Zugleich können Pflanzen der fünf Kontinente studiert werden. Schildkröten sind zurzeit weltweit bedroht. Ursachen dafür gibt es viele.

Verlust von Lebensraum für Schildkröten

An erster Stelle steht der Verlust von Lebensraum. Viele Wasserschildkröten bevorzugen stille, stehende oder langsam fließende Gewässer mit dichter Ufervegetation und überhängenden Ästen sowie geeigneten Stellen zum Sonnenbaden. Durch Trockenlegung von Teichen, Sümpfen und Feuchtgebieten, durch Kultivierung ganzer Landstriche für den Ackerbau und durch die zunehmende Verbauung verlieren Schildkröten ständig Lebensraum. Schildkröten legen wie fast alle Reptilien Eier. Dazu benötigen sie sonnige Stellen mit sandigem Boden. Vor allem entlang von Stränden kommt es durch den Bau von Hotelanlagen zu einem großen Verlust an wertvollen Eiablageplätzen.

Auch die heimische Europäische Sumpfschildkröte findet nur noch selten einen geeigneten Eiablageplatz. Auf der Suche unternehmen die Sumpfschildkröten Landwanderungen von mehreren Kilometern. Mangels geeigneter Standorte nutzen sie auch Ackerflächen zur Eiablage. Die Bearbeitung dieser Flächen mit schwerem Gerät bedeutet für den Nachwuchs das sichere Ende. In den letzten Jahren haben Schildkröten mit der Verdrängung aus ihrem Revier durch standortfremde, nicht heimische Tiere zu kämpfen. Im gesamten Land kam und kommt es immer wieder zu Aussetzungen faunenfremder Schildkröten aus dem Mittelmeerraum, sowie sehr häufig aus den Vereinigten Staaten (zum Beispiel der Rotwangen-Schmuckschildkröte). Nicht nur, dass es dadurch zu Revierstreitigkeiten kommt, die fremden Schildkröten sind auch eine Nahrungskonkurrenz für die heimischen Schildkröten.

Bedrohung der Schildkröten durch den Menschen

Die Bedrohung durch den Menschen ist auch nicht außer Acht zu lassen: Mancherorts werden Schildkröten für den Heimtiermarkt gefangen, als vermeintliche Fischräuber ausgemerzt oder für den menschlichen Verzehr gejagt. Tote oder sterbende Fische werden von Schildkröten gerne verspeist, doch gelingt es den Tieren kaum, einen gesunden Fisch zu erjagen. Auch die in Asien beliebte Schildkrötensuppe trägt entscheidend zur Bedrohung bei. Der Tourismus darf nicht unerwähnt bleiben. Mitbringsel wie Schildkrötenpanzer, Brillen aus Schildpatt, aber auch ausgestopfte Tiere sind bei Touristen sehr beliebt.

Aufklärungsarbeit in Hirschstetten

Die Aufklärungsarbeit ist den Blumengärten Hirschstetten ein großes Anliegen. In speziellen Führungen und Workshops sollen Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, über die weltweite Situation der Schildkröten aufgeklärt werden. Im speziellen wird auch auf die Lage der einheimischen Europäischen Sumpfschildkröte eingegangen. Sie gehört ebenfalls zu den stark gefährdeten Tierarten. Die Teilnahme an einem Zuchtprojekt seit 2006 ist den Blumengärten Hirschstetten besonders wichtig.

Steckbrief

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