Forstmuseum Silvanum

Seit 1979 beherbergt der imposante Großkasten, heute im Besitz der ÖBF – AG, das 1. Österreichische Forstmuseum Silvanum und ermöglicht seinen Besuchern eine vielfältige, über 4 Stockwerke erlebbare Zeitreise durch die Geschichte der Forstwirtschaft.

Der neue Kasten bildet mit dem Alten Kasten und der Nikolauskirche das eindrucksvolle Gebäudeensemble von Großreifling und lässt auf historischer Spurensuche mit Resten des Gasteiger Rechens, der Reiflinger Kohlwaage und dem Treppelweg in der Kripp-Klamm die großartige Erz- und Eisenvergangenheit erahnen.

Landbringung

Die Vielgestaltigkeit des alpinen Raumes mit seinen unzähligen Haupt- und Seitentälern erforderte einst die verschiedensten Bringungsarten, um den begehrten Rohstoff Holz zu den Verbrauchs-stätten liefern zu können:
Das „Schlitteln“ im Winter mit Handzugschlitten galt als gefahrvolle und kräfteraubende Tätigkeit der Holzknechte.

Wasserbringung

Wasser als Transportweg hat lange Tradition: Die Holztrift, das lose Schwemmen des Holzes, war als älteste und billigste Bringungsform auf langen Flussstrecken üblich. Als Stauvorrichtung errichtete man Klausen im Oberlauf und Fangrechen im unteren Flussbereich zum Auffangen des Triftgutes.



Abgehoben: Seil und Riese

Die Seilförderung zeigt die Entwicklungsschritte von der einfachen Seilriese über Standseilbahnen zu Seilwinde und Seilkran. Heute erfolgt die Bringung im bäuerlichen Kleinwald großteils mit Traktor und Anbauseilwinde, einem Forsttraktor mit Rückenwinde oder auch Seilbringungsanlagen, freihängend bzw. schleifend.

Die Holzbringung über Rieswege und aufgezimmerte Holzriesen, die je nach Gelände einige 100 Meter bis Kilometerlänge aufwisen, zählte zu den mühsamen und gefährlichen Bringungsformen. Riesen aus Kunststoff-Halbschalen, „Log-Line“ kommen auch heute noch zum Einsatz.


Vom Samenkorn zum Baum

Grafiken über Waldregionen, die wichtigsten Hauptholzarten, die Waldverteilung und Holzsammlungen stellen den „Rohstoff Holz“ vor. Faszinierend das Wachstum eines Baumes vom Samenkorn bis zur Holzernte. Werkzeuge und Geräte zur Naturverjüngung, Samen-gewinnung, Forstgarten- und Kulturarbeit, Jungwuchs- und Bestandspflege zeigten deutlich die Entwicklung, wie die einsetzende Technik die Körperkraft in vielen Bereichen der Holzwirtschaft ersetzt.

Arbeitswedlt Holzknecht

Vergleicht man den Holzknecht von einst mit dem heutigen Forstfacharbeiter – so hat sich alles geändert: Die Werkzeuge Maishacke, Zugsäge, Sapine und div. Entrindungsgeräte wurden von der Zweimannmotorsäge, Motorsägen und modernen Holzernteeinrichtungen abgelöst.

Forstliche Nebenbetriebe

Bis ins 19. Jahrhundert zählte die Erzeugung von Holzkohle als wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Eisengewinnungs- und erarbeitungsbetriebe, die Berg-, Hütten- und Hammer-werke. In stehenden Rundmeilern oder Längsmeilern entstand die begehrte Holzkohle, die zentral in Großreiflinger Rundmeilern produziert, in der Reiflinger Kohlwaage gewogen und zu den Hochöfen transportiert wurde.

Museumsschätze & Kostbarkeiten

Auf Schatzsuche durch die vier Ausstellungsebenen im Museum entdeckt der aufmerksame Museumsbesucher die Reiflinger Holzknechtfahne von 1706 mit einer Darstellung des Hl. Nikolaus, Schutzpatron der Schiffleute und Flößer und des Hl. Florian, Patron der Köhler.



Museum aktiv für junge Besucher

Lernort Museum: Führungen für Kindergarten und Schulklassen zu interessanten Themenschwerpunkten aus den Bereichen heimischer Holzarten, Wasser- und Landbringung, Lebensraum Wald, Holzknechtleben, u.a. Waldtag mit Museumsführung, Wanderung zum Duckdorf am Campingplatz Weiberlauf, Holz-knechtjause und Waldexkursion mit Förster Kurt, Themenweg Treppelweg durch die Kripp-Klamm.

Schatzsuche im Museum für Schulklassen:

  • Wer zieht Pilotenschuhe an?
  • Ein Rechen im Wasser?
  • Wasserstau durch Klausenbau …

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten:
1. Mai – 31. Oktober, tägl. außer Montag
von 10.00 bis 12.00 Uhr und
von 13.00 bis 17.00 Uhr.

Führungen bitte voranmelden! Führungsdauer: ca. 1,5 Std.
Gegen Voranmeldung können auch außerhalb
der Öffnungzeiten Termine vereinbart werden.

Steckbrief

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Großreifling

EUR 6,00 - Einzelperson
1. Mai bis 31. Oktober

Dienstag bis Sonntag
von 10.00 bis 12.00 und
von 13.00 bis 17.00 Uhr
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